Hier finden Sie allgemeine Nachrichten und Informationen rund um das Thema "Rechenzentren".
Brandenburg erlebt derzeit einen Boom bei neuen Rechenzentrumsprojekten. Es fehlt jedoch an einem öffentlichen Überblick darüber, welche Projekte geplant sind und wo sie entstehen sollen. Ebenso unklar bleibt häufig, wie die Anlagen gekühlt werden und wie viel Wasser dafür benötigt wird. Die Landesregierung lässt die Kommunen bei der Bewertung und Begleitung solcher Ansiedlungen bislang weitgehend allein.
Rechenzentren sind eine unverzichtbare Infrastruktur unserer digitalen Gesellschaft und für unsere digitale und technologische Souveränität, insbesondere von China und den USA. Cloud-Dienste, Künstliche Intelligenz und viele Anwendungen des täglichen Lebens sind auf leistungsfähige Rechenzentren angewiesen. Die Brandenburger Bündnisgrünen sehen daher grundsätzlich den Bedarf für neue Kapazitäten. Entscheidend ist, wo und unter welchen Bedingungen sie entstehen.
Die Bundesregierung prüft einen besonderen Maßstab für die Verteilung der Gewerbesteuer bei Rechenzentren. Das Bundesfinanzministerium arbeite an einer möglichen Ausgestaltung, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Brandenburger Bundestagsabgeordneten Dr. Andrea Lübcke. Offen bleibt, bis wann die Prüfung abgeschlossen sein soll und wann ein Gesetzentwurf vorgelegt wird. Staatssekretär Thomas Jarzombek teilt in der Antwort aber lediglich mit, dass die in der Nationalen Rechenzentrumsstrategie vorgesehenen Maßnahmen innerhalb von zwölf Monaten nach dem Kabinettsbeschluss gestartet, bestenfalls sogar abgeschlossen sein sollen.
Brandenburg hat bislang keine belastbare Übersicht über bestehende und geplante Rechenzentren im Land. Wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht, liegen der Landesregierung weder Gesamtzahlen noch belastbare Prognosen zum künftigen Energie- und Wasserbedarf von Rechenzentren in Brandenburg vor. Auch eine landesweite Standortstrategie, ein Flächen- und Potenzialkataster oder eigene Maßnahmen für mehr Transparenz und Akzeptanz sind derzeit nicht geplant. In ihrer Antwort spricht die Landesregierung selbst davon, dass bei der Vergabe von Netzanschlüssen bislang nahezu ausnahmslos das sogenannte „Windhundprinzip“ zugrunde gelegt wurde.
Sergey Lagodinsky, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE), kommentiert die heutige Veröffentlichung der Pläne der Kommission zum 28. Regime und der Veröffentlichung der Rechenzentrenstrategie der Bundesregierung wie folgt:
„Mit dem 28. Regime geht die Europäische Union einen überfälligen Schritt, um Start-ups und Scale-ups endlich die Wachstumsbedingungen zu bieten, die sie brauchen. Ein einheitlicher Rechtsrahmen kann Bürokratie abbauen, den Zugang zu Kapital verbessern und Unternehmen in Europa halten. Gleichzeitig gilt: Diese Harmonisierung darf nicht zulasten von Arbeitnehmerrechten gehen – ein starkes europäisches Wirtschaftsmodell lebt gerade von der Verbindung aus Innovation und sozialer Sicherheit.